BURMA

Angaben zur Geschichte Burmas Burma ist ein Vielvölkerstaat. Rund 67 ethnische Gruppen werden geschätzt : Burmanen, Shan, Karen, Rohingya, Mon, Kachin, Chin, Arakani u.v.m. Sie unterscheiden sich in Sprache, Kultur und Religion. Bevor die Kolonialherren kamen wurden die Gebiete des heutigen Burma von den Burmanen dominiert. Nach drei Anglo-Burmesischen Kriegen wurde ganz Burma 1886 Teil von British India. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zur Überfremdung und löste in den 30er Jahren die Unabhängigkeitsbewegung aus. Ihr Anführer wurde Aung San, ein Burmane. Nach jahrelangem Kampf erlangt Burma 1948 Unabhängigkeit von den Briten. Mit der Ermordung von Nationalheld Aung San nimmt die verheissungsvolle Entwicklung der jungen demokratischen Union eine tragische Wende. Ein Bürgerkrieg beginnt, 1962 putschen sich die Militärs an die Macht und proklamieren den „Eigenständigen, burmesischen Weg zum Sozialismus“. Die Grenzen werden geschlossen, ausländische Journalisten des Landes verwiesen. Eine Schreckensherrschaft beginnt. Erst die Massaker an unbewaffneten Demonstranten, Männer, Frauen und Kindern, bringen Burma 1988 weltweit in Schlagzeilen. General Ne Win tritt ab, der State Law Order and Restoration Council SLORC übernimmt die Macht, alles Generäle aus den Reihen Ne Wins. Dank Druck des Auslands werden 1990 freie Wahlen durchgeführt. Resultat : 82 % der Sitze gehen an die Nationale Liga für Demokratie, die von Aung San Suu Kyi, Tochter von Nationalheld Aung San, angeführt wird. Doch die Junta erklärt das Wahlergebnis als ungültig.1996 wechseln nochmals Namen, aus SLORC wird SPDC, State Peace and Development Council. Im darauf folgenden Jahr wird Burma in die ASEAN aufgenommen. Bis heute bleiben in Burma Generäle an der Macht, die nicht nur politische Aktivisten verfolgen ! Von der Schreckensherrschaft in Burma sind vor allem Zivilisten, ethnische und religiöse Minderheiten, Männer, Frauen und Kinder betroffen. Burma heute Die ausgedehnten Recherchenreisen der Filmemacherin, getarnt als Touristin, bestätigen in bedrückender Weise, in welchem Drama sich das Land seit Jahrzehnten befindet.

 

Die Kontrolle der Bevölkerung durch den herrschenden „Militär-Machtapparat“ ist fast lückenlos und seit langem eingespielt, über ein umfassendes Netzwerk von Polizei, Militär und Spitzel. Die ganze Bevölkerung wird eingeschüchtert. Zwangsumsiedlung und Enteignung sind ebenso an der Tagesordnung wie Zwangsarbeit. Mehr als eine Million Zwangsarbeiter, bestätigt die Int. Labour Organisation ILO in ihren Berichten. Am schlimmsten der Missbrauch der ethnischen Minderheiten in entlegenen Gebieten. Tag für Tag verlassen Männer, Frauen und Kinder ihre Heimat, weil ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen wurde, sie unterdrückt, ausgebeutet, verfolgt und wie Tiere abgeschlachtet werden. Rund 150’000 Flüchtlinge aus Burma leben in offiziellen Lagern in Thailand. In Bangladesh waren es Ende 90er Jahre über 250’000, vor allem Moslem. Noch mehr haben sich unter die lokale Bevölkerung, entlang der Grenze zu den Nachbarstaaten gemischt. Den nach Burma reisenden Touristen bleibt diese Seite des exotischen Landes vollkommen verborgen. Dem streng überwachten und kontrollierten Tourismus steht nur ein „kleiner Korridor“ zur Besichtigung frei, von dem niemals abgewichen werden kann. Jedes politische Gespräch – auch ohne Anwesenheit von Kamera und Mikrofon – gefährdet die burmesischen Gesprächspartner existenziell. Kritische Gespräche mit der Bevölkerung sind nur in Gebieten, die von den Freiheitskämpfern kontrolliert werden, oder ausserhalb des Landes möglich. Sechsmal ist die Autorin das Team zwischen 2000 und 2002 an die Thai-/Burma Grenze gereist und illegal weiter nach Burma. Dort hat sie unzählige Frauen, Männer und Kinder getroffen, die von der Unterdrückung, Ausbeutung und Verfolgung durch die Burmesen erzählt haben. Die Geschichten dieser Menschen bestätigen, dass in Burma Zwangsumsiedlung, Zwangsarbeit, Folter, systematische Vergewaltigung, Mord und Völkermord andauern. Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen, die wild im Dschungel leben, nimmt erschreckend zu. 

 

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